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Kategorie: Bücher
Fantasy & Comics

Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele

30.05.2017

Dirk Gently gehört zu jener Sorte Privatdetektiv, die vom Pech verfolgt zu sein scheinen. Ein Beispiel gefällig? Es ist sage und schreibe drei Monate her, seit er seinen Kühlschrank zum letzten Mal geöffnet hat. Nicht etwa, weil er leer ist, sondern weil er seiner Putzfrau zeigen möchte, dass sie ihn nicht tyrannisieren kann - schließlich ist es ihr Job, das verdreckte Ding zu leeren.

Doch die verhasste Dina ist keineswegs dumm. Anstatt Dirks Lebensmittel in den Kühlschrank zu räumen - was nicht zu ihrem Job gehört, aber sie hätte ja auch mal etwas ihm zu Liebe tun können - wirft sie alles weg. Und so nimmt die Auseinandersetzung ihren Lauf.


Der Autor

Douglas Adams ist vermutlich jedem als Autor von „Per Anhalter durch die Galaxis“ bekannt. Er ist außerdem Autor etlicher Dr. Who-Folgen und -Bücher sowie Erschaffer einer Vielzahl anderer fantastischer Welten und Geschichten.

Adams‘ Geschichten zeichnen sich allesamt durch raffinierte Dialoge, einen packenden Erzählstil, unerwartete Wendungen, verwirrende Handlungen und einprägsame Figuren aus.
Ich wage zu behaupten: Wer einmal eine Geschichte von ihm gelesen hat, kommt so schnell nicht wieder davon los.

Kürzlich bin ich bei Netflix über die Serie Dirk Gentlys holistische Detektei gestolpert, was ich zum Anlass genommen habe, nach langer Zeit mal wieder das zweite der Dirk Gently-Bücher zu lesen. Erster Teil der Reihe ist übrigens Der elektrische Mönch.
(Nebenbei: Die Netflix-Serie ist erstaunlich gut!)


Das Buch

Der Klappentext lässt vermuten, dass den Leser eine Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Dirk Gently und seiner Putzfrau erwartet. Dem ist - Gott sei Dank – nicht so!

Kate, die weibliche Hauptfigur, möchte allen Widrigkeiten zum Trotz nach Norwegen fliegen. Noch bevor sie am Flughafen ankommt, läuft für sie alles schief, was nur schief gehen kann und als dann auch noch ein anderer, recht eigenartiger Fluggast den Check-In-Schalter blockiert und sie dadurch ihren Flug verpasst, gibt sie sich geschlagen und will sich wieder auf den Heimweg machen.

Aus dem Nichts ereignet sich eine Explosion, die die Schalterhalle des Londoner Flughafens in Schutt und Asche legt und Kate ins Krankenhaus befördert.

Zeitgleich nimmt Dirk Gently einen neuen Auftrag an, der direkt zu Beginn nicht ganz so verläuft, wie er das erwartet hätte.

Die Wege von Kate (auf der Suche nach dem eigenartigen Fluggast vom Check-In-Schalter) und Dirk Gently (noch immer mit den Mysterien seines Falls beschäftigt) kreuzen sich kurzzeitig, bevor wichtigere Ereignisse die beiden wieder für sich vereinnahmen.

Eine Tür klappte auf und wackelte gefährlich an dem einzigen noch vorhandenen Scharnier, und dann tauchten aus dem Wagen ein Paar Beine auf, die Filmkomponisten nicht sehen können, ohne sofort über die ganze Geschichte ein rauchiges Saxophonsolo legen zu müssen, und das aus Gründen, die niemand außer Filmkomponisten jemals hat begreifen können

Wie in jeder Geschichte von Douglas Adams kann man auch in dieser mit Allem außer dem Offensichtlichen rechnen.

Ganz unbritisch geht es übrigens nicht um Tee.


Das Fazit

Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele ist meiner Meinung nach das beste Buch von Douglas Adams, wenngleich auch nicht das bekannteste. Es ist unglaublich humorvoll, die Charaktere sind äußerst facettenreich ohne dabei aufgesetzt zu wirken und die Handlung bleibt bis zum Schluss Adams-typisch unvorhersehbar.

Er versteht es wie kaum ein anderer, Geschichten so genial zu erzählen, dass man seine Bücher problemlos auch ein zweites Mal lesen kann. Oder ein drittes. Oder ein viertes.
Da er bereits 2001 verstorben ist, bleibt einem aber leider auch nichts Anderes übrig.


Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele
Autor: Douglas Adams
Verlag: Heyne Verlag (Mai 2002)
Umfang: 288 Seiten
Sprache: Deutsch
Format: Ebook